Für bis zu sechs Wellensittiche, die nicht täglich frei fliegen, nennt der Deutsche Tierschutzbund eine Grundfläche von mindestens 4 m² und eine Höhe von mindestens 2 m. Diese Werte gelten für eine Voliere ohne täglichen Freiflug. Die 4 m² sind eine Untergrenze und keine Zielgröße: Wer mehr Platz bietet, schafft mehr Raum für Flug und Bewegung.
Wie groß muss eine Wellensittich-Voliere sein?
Mindestmaße ohne täglichen Freiflug
| Merkmal | Mindestwert | Geltungsbereich |
|---|---|---|
| Grundfläche | 4 m² | bis zu sechs Vögel, ohne täglichen Freiflug |
| Höhe | 2 m | gilt zusätzlich zur Grundfläche |
Beide Werte müssen erfüllt sein. Eine Voliere mit 4 m² Grundfläche, aber geringerer Höhe, erreicht die Vorgabe nicht.
Grundfläche berechnen
Die Grundfläche ergibt sich aus Länge × Breite in Metern. Eine Voliere mit 2 m Länge und 2 m Breite hat 4 m² Grundfläche. Andere Kombinationen sind möglich, solange das Produkt mindestens 4 m² ergibt, etwa 4 m × 1 m.
Warum 4 m² nur der Mindestwert ist
Die Grundfläche bestimmt, wie viel Strecke die Vögel horizontal zurücklegen können und wie weit Sitzstangen, Futter- und Wasserplätze voneinander entfernt liegen. Auf 4 m² ist dieser Abstand begrenzt.
Die Angabe bezieht sich auf die Gruppe von bis zu sechs Vögeln, nicht auf einzelne Tiere. Wer die Voliere für eine kleinere Gruppe plant, sollte den Mindestwert trotzdem als Ausgangspunkt nehmen und nicht unterschreiten.

Welche Maße empfehlen Experten?
Für eine Voliere mit täglichem, mehrstündigem Freiflug nennt der Deutsche Tierschutzbund Mindestmaße von 2 m Länge, 1 m Breite und 2 m Höhe. Sie gelten für zwei bis sechs Wellensittiche und setzen voraus, dass die Vögel regelmäßig und über mehrere Stunden am Tag fliegen können.
Ohne Freiflug gelten die höheren Werte von 4 m² Grundfläche und 2 m Höhe (siehe oben). Vor der Planung sollte klar sein, ob die Vögel außerhalb der Voliere fliegen dürfen.
Praktische Umsetzung
- Lichtes Innenmaß prüfen: Gemessen wird der nutzbare Raum zwischen den Gitterstäben oder Wänden, nicht die Außenkante des Rahmens. Gestelle und Rahmen verringern die tatsächliche Flugfläche.
- Den Aufstellort so wählen, dass die 2 m Länge und 1 m Breite auch nach dem Einbau von Futter- und Wassernäpfen frei bleiben.
Quelle und Stand
Die Angaben stammen aus der Broschüre ‘Wellensittiche Haltung’ des Deutschen Tierschutzbunds. Der Stand des Merkblatts ist im vorliegenden Datenstand nicht angegeben. Vor Planung oder Bau sollte die aktuelle Fassung auf der Website des Verbands geprüft werden.
Standort der Voliere
Der Standort bestimmt, ob ein Wellensittich ungestört schlafen kann und ob er unnötigen Belastungen durch Küche, Wärme oder Tageslicht ausgesetzt ist. Der Deutsche Tierschutzbund nennt dafür vier Vorgaben, die bei der Raumwahl zusammen geprüft werden sollten.
Ruhebedarf im Raum
Wellensittiche brauchen mindestens zehn Stunden Nachtruhe. Der Raum muss deshalb über die Nacht ruhig bleiben. Eine Voliere, die in einem Durchgangsbereich oder in einem Raum steht, in dem abends noch Betrieb herrscht, erschwert diese Ruhezeit.
Küche ausschließen
Die Voliere sollte nicht in der Küche stehen, weil dort Teflongase entstehen können. Der Deutsche Tierschutzbund nennt diese Gefahr als Grund, die Küche als Standort auszuschließen.
Wärmequellen und Geräte meiden
Die Voliere darf nicht neben einer Heizung und nicht neben Elektrogeräten stehen. Beide Vorgaben gelten gleichrangig. Ist der Raum eng, sollte die Voliere so aufgestellt werden, dass ausreichend Abstand zu Heizkörpern und Geräten bleibt.
Fensterplatz vermeiden
Auch ein Platz am Fenster ist nicht vorgesehen. Der Deutsche Tierschutzbund nennt dafür keinen Messwert oder Mindestabstand, daher lässt sich die Vorgabe nur qualitativ anwenden.
Sitzstangen und Naturäste
Die Sitzstangen bestimmen, wie Krallen und Fußballen eines Wellensittichs belastet werden. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt Naturholzäste unterschiedlicher Dicke. Genannt werden Ahorn, Holunder, Pappel, Weide und Obstbäume.
Auswahl der Holzarten
Geeignet sind zum Beispiel die genannten Holzarten. Sie bieten eine raue, natürliche Oberfläche, auf der die Krallen Halt finden. Die Äste sollten nicht mit Chemikalien behandelt sein. Dieser Punkt ergibt sich aus der Empfehlung, Naturholz zu verwenden, und ist kein eigener Fakt der Quelle.
Unterschiedliche Durchmesser
Eine Voliere braucht mehrere Sitzstangen mit verschiedenen Dicken. Stangen mit einheitlichem Durchmesser können Ballengeschwüre verursachen. Ein Vogel, der ständig auf gleich dicken Stangen sitzt, belastet immer dieselben Stellen der Fußballen. Wechselnde Dicken verteilen den Druck und erlauben dem Vogel, seine Greifhaltung zu verändern.
Materialfragen und Ablehnung von Schleifpapier
Sandpapierüberzüge werden vom Deutschen Tierschutzbund abgelehnt. Sie sind keine Alternative zu Naturästen, auch wenn sie das Abnutzen der Krallen scheinbar unterstützen sollen.
Praktische Kontrolle
Die Äste nutzen sich mit der Zeit ab und verändern ihre Form. Halter sollten sie regelmäßig auf Risse, Splitter und abgeriebene Stellen prüfen und beschädigte Äste ersetzen.
Futter, Wasser und Bademöglichkeit
Futter- und Wasserstellen legen Sie so an, dass sie nicht unter Sitzplätzen liegen und nicht laufend mit Kot oder Federstaub verschmutzen. Die Voliere selbst sollte nicht in der Küche, nicht am Fensterplatz und nicht neben Heizung oder Elektrogeräten stehen. Diese Vorgabe zum Standort gilt laut Deutschem Tierschutzbund ausdrücklich für die gesamte Voliere.
Anordnung der Futterschalen
- Futterschalen am besten an einer Seitenwand oder in einer Ecke anbringen.
- Schalen so befestigen, dass sie beim Anfliegen nicht kippen.
- Vor dem Nachfüllen alte Reste und verschmutztes Futter entfernen.
Frisches Wasser
Trinkwasser braucht einen eigenen Napf. Der Behälter muss regelmäßig und vollständig gewechselt werden: entleeren, reinigen und mit frischem Wasser neu befüllen. Wer nur Wasser nachgießt, lässt Verschmutzungen im Restwasser zurück. Die Abstände richten sich nach dem Verschmutzungsgrad im Gehege, deshalb ist eine Sichtkontrolle bei jedem Füttern sinnvoll.
Badegelegenheit als Teil der Ausstattung
Eine Badegelegenheit gehört zur Ausstattung, damit die Vögel ihr Gefieder pflegen können. Sie besteht aus einer eigenen, flachen Schale. Nach jedem Gebrauch wird sie entleert und gereinigt, damit sich im Restwasser keine Keime sammeln.

Wie viele Wellensittiche gehören in die Voliere?
Wellensittiche sollten nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes mindestens zu zweit gehalten werden, besser in Gruppen von vier oder mehr Vögeln. Die Einzelhaltung gilt laut dieser Quelle als tierschutzwidrig. Das gilt unabhängig davon, wie groß oder gut ausgestattet die Voliere ist: Ein einzelner Vogel fehlt in der Gruppe, auch wenn der Platz vorhanden wäre.
Die Gruppengröße bestimmt zugleich die benötigte Fläche. Für jedes weitere Paar wird die Grundfläche um die Hälfte größer. Wer den Bestand erweitert, muss die Voliere also entsprechend vergrößern. Zusätzliche Sitzstangen oder Futterstellen ersetzen diese Fläche nicht.
| Besetzung | Einordnung laut Deutschem Tierschutzbund |
|---|---|
| 1 Vogel | tierschutzwidrig (Einzelhaltung) |
| 2 Vögel | Mindestbesetzung |
| 4 Vögel oder mehr | empfohlene Gruppengröße |
So gehen Halter bei der Planung vor:
- Anzahl der Paare festlegen, bevor die Voliere gekauft oder gebaut wird.
- Grundfläche für diese Paare bestimmen. Jedes weitere Paar erhöht sie um die Hälfte.
- Erst danach die Vögel anschaffen, damit kein Tier ohne Partner oder Gruppe bleibt.
Ein Zukauf von Einzelvögeln in eine bestehende Voliere ist deshalb nur sinnvoll, wenn die Fläche vorher angepasst wurde.
Gefahren beim Freiflug vermeiden
Beim Freiflug außerhalb der Voliere ist der Raum selbst die größte Gefahrenquelle. Der Deutsche Tierschutzbund verlangt dafür drei Maßnahmen: Fenster müssen gesichert, Glasscheiben gekennzeichnet und giftige Pflanzen aus dem Bereich entfernt sein. Wellensittiche nehmen Glas oft nicht als Hindernis wahr. Deshalb reicht es nicht, nur auf offene Fenster zu achten.
Fenster gegen Anflug sichern
Fenster sind während des Freiflugs geschlossen zu halten, auch in Kipp-Stellung. Ein Vogel, der durch einen offenen Spalt fliegt, kann sich verletzen oder entkommen. Gelüftet wird deshalb vor oder nach dem Freiflug, nicht währenddessen.
Glasscheiben kennzeichnen
Große Glasflächen wie Terrassentüren oder Glasschiebetüren sind für Wellensittiche schwer zu erkennen. Die Scheibe lässt sich mit Aufklebern oder Folienstreifen markieren. Die Markierungen sollten über die gesamte Scheibe verteilt sein und auf der Flughöhe des Vogels liegen, nicht nur an einer Stelle.
Giftige Pflanzen aus dem Freiflugbereich entfernen
Vor jedem Freiflug ist der Raum auf Zimmerpflanzen, Schnittblumen und erreichbare Blätter zu prüfen. Eine Pflanze, die nur umgestellt wird, bleibt im Bereich. Entfernen ist die geforderte Maßnahme. Welche Pflanzen giftig sind, sollte man bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt erfragen. Bei Verdacht auf Aufnahme einer Pflanze ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen.
| Gefahrenquelle | Vorbereitung vor dem Freiflug |
|---|---|
| Fenster | Geschlossen oder mit Netz beziehungsweise Vorhang gesichert |
| Glasflächen | Mit sichtbaren Markierungen auf Flughöhe gekennzeichnet |
| Pflanzen | Giftige Arten im Freiflugbereich entfernt |
Welche Fehler bei der Einrichtung sollten Halter vermeiden?
Die häufigsten Einrichtungsfehler wirken sich auf drei Bereiche aus: Fußgesundheit, Sicherheit und Sozialverhalten. Sie entstehen meist, wenn Dekoration nach Optik ausgewählt wird und nicht danach, wie sie auf die Vögel wirkt.
Spiegel und Plastikattrappen als Dekoration
Spiegel und Plastikattrappen, etwa Vogelfiguren oder Spielgefährten aus Kunststoff, gehören nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes nicht in die Voliere. Sie ersetzen keinen Artgenossen. Wer die Voliere mit Attrappen füllt, bietet dem Vogel keinen Ausgleich für fehlende Gesellschaft.
Ungeprüfte Dekoration
Dekoration aus Bastel- oder Baumarktbeständen birgt Risiken, weil Herkunft und Material oft unbekannt sind. Typische Probleme sind scharfe Kanten, lose Kleinteile, die verschluckt werden können, und Lacke oder Beschichtungen, deren Zusammensetzung nicht bekannt ist. Vor dem Einsetzen sollte jedes Teil auf Kanten, Bruchstellen und Lösbarkeit geprüft werden.
Ausstattung ohne Gesamtplan
Einzelne Gegenstände nacheinander hinzuzufügen führt häufig zu einer überfüllten Voliere mit zu wenig Flugraum. Die Planung sollte deshalb mit der Gesamtplanung beginnen:
- Anzahl der Vögel festlegen.
- Freiflug einplanen oder ausschließen.
- Erst danach Ausstattung und Dekoration einplanen, damit der Flugraum erhalten bleibt.
Quelle für die Maße und Gruppengrößen: Deutscher Tierschutzbund.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß sollte die Voliere für zwei Wellensittiche sein?
Ohne täglichen Freiflug gelten für bis zu sechs Vögel mindestens 4 m² Grundfläche und 2 m Höhe. Mit täglichem, mehrstündigem Freiflug empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund mindestens 2 m Länge, 1 m Breite und 2 m Höhe. Beide Angaben sind Empfehlungen und keine gesetzliche Vorschrift.
Welche Sitzstangen eignen sich für die Voliere?
Geeignet sind Naturholzäste unterschiedlicher Dicke, zum Beispiel von Ahorn, Holunder, Pappel, Weide oder Obstbäumen. Stangen mit gleichem Durchmesser können Ballengeschwüre an den Füßen verursachen, Sandpapierüberzüge lehnt der Tierschutzbund ab.
Wo darf die Voliere nicht stehen?
Sie gehört nicht in die Küche, wegen möglicher Teflongase, und nicht an einen Fensterplatz oder neben Heizung und Elektrogeräte. Die Vögel brauchen außerdem mindestens zehn Stunden Nachtruhe, die Störungen durch Licht und Lärm ausschließt.