Ab wann werden Welpen geimpft?

Empfohlener Beginn in der 8. Lebenswoche

Der Startzeitpunkt liegt bei der 8. Lebenswoche. Ab diesem Termin beginnt die Serie, die aus mehreren Einzelimpfungen besteht. Die Abstände zwischen den Terminen ergeben sich aus den Wochenangaben.

Rolle der Empfehlung der StIKo Vet

Die StIKo Vet veröffentlicht Leitlinien zur Impfung von Kleintieren. Die aktuelle Fassung trägt die Bezeichnung 6. Auflage und erschien 2025 in der Zeitschrift Tierärztliche Praxis Ausgabe K (53(01), S. 12–22). Dort wird die Grundimmunisierung im Welpenalter als besonders wichtig bezeichnet. Diese Aussage stammt aus Suchergebnissen. Die Seite selbst konnte ich nicht öffnen, daher fehlt die Bestätigung des konkreten Wochenbeginns aus dem Originaltext.

Unterschied zwischen Leitlinie und Versichererseite

QuelleArtAussage zum BeginnPrüfstand
StIKo Vet, Leitlinie 6. Auflage (2025)PrimärquelleGrundimmunisierung im Welpenalter besonders wichtigOriginalseite nicht geöffnet
Allianz-Seite (2026)Sekundärquelle, gibt StIKo Vet wiederBeginn 8. Lebenswoche, weitere Termine 12. und 16. Woche, Abschluss im 15. LebensmonatWiedergabe, kein Leitlinien-Wortlaut

Die Versichererseite fasst die Empfehlung knapp zusammen. Für die Bewertung zählt die Leitlinie selbst, da sie die Quelle der Empfehlung ist.

Ab wann werden Welpen geimpft?

Wie sieht der Impfplan der Grundimmunisierung aus?

Die Grundimmunisierung beim Welpen besteht aus mehreren Impfterminen in festen Abständen.

Terminübersicht nach Lebensalter

TerminImpfungen
8. LebenswocheParvovirose, Staupe, Leptospirose
12. LebenswocheParvovirose, Staupe, Leptospirose
16. LebenswocheParvovirose, Staupe (ohne Leptospirose)
15. LebensmonatParvovirose, Staupe, Leptospirose

Abstände und Ablauf

  • Zwischen der 8. und der 12. Lebenswoche liegen vier Wochen, zwischen der 12. und der 16. Lebenswoche ebenfalls vier Wochen.
  • Auf die 16. Lebenswoche folgt ein deutlich längerer Abstand bis zum 15. Lebensmonat. Dieser Termin schließt die Grundimmunisierung ab.
  • Der Termin in der 16. Lebenswoche enthält Parvovirose und Staupe, Leptospirose fehlt. Der Termin im 15. Lebensmonat wiederholt alle drei Impfungen.
  • Eine Impfung gilt in der Übersicht als abgeschlossen, wenn der letzte Termin im 15. Lebensmonat erfolgt ist.

Warum sind mehrere Impftermine nötig?

Nach den Angaben der StIKo Vet reicht eine einzige Impfung bei Welpen nicht aus.

Mütterliche Restantikörper als Störfaktor

Welpen tragen zunächst Restantikörper der Mutter in sich. Diese können die Wirkung einer Impfung stören. Ein einzelner Termin kann deshalb dazu führen, dass das Immunsystem des Welpen die Impfung nicht vollständig verarbeitet. Das Problem liegt also weniger am Impfstoff als am Zeitpunkt, zu dem er gegeben wird.

Wiederholungen als Ausgleich

Die Wiederholungsimpfungen sind so angelegt, dass sie diese Restantikörper ausgleichen. Jeder Folgetermin setzt die Impfung erneut, sodass der Schutz auch dann aufgebaut werden kann, wenn mütterliche Antikörper noch vorhanden sind. Die Termine sind so gewählt, dass der Schutz auch bei noch vorhandenen mütterlichen Antikörpern aufgebaut werden kann.

Warum eine einzige Impfung nicht ausreicht

Die Grundimmunisierung ist eine Serie und kein Einzeltermin. Erst die Gesamtheit der Termine bildet den Grundschutz, den die Leitlinie vorsieht.

Welche Impfungen sind Core, welche Non-Core?

Die StIKo Vet teilt die Impfungen für Hunde in Core-Impfungen und Non-Core-Impfungen ein. Parvovirose, Staupe und Leptospirose gelten als Core. Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut sind seit November 2021 als Non-Core eingestuft.

ImpfungEinstufung
ParvoviroseCore
StaupeCore
LeptospiroseCore
Hepatitis contagiosa canis (HCC)Non-Core (seit November 2021)
TollwutNon-Core (seit November 2021)

Herkunft der Einstufung

  • Allianz-Seite (2026): Sie ist eine Sekundärquelle. Sie gibt die Core-Einstufung und das Datum November 2021 wieder, zitiert aber nicht die Leitlinie selbst.
  • Leitlinie der StIKo Vet, 6. Auflage: Sie erschien in Tierärztliche Praxis Ausgabe K 2025, 53(01), S. 12–22 (Thieme, 2025). Die Seite selbst war nicht abrufbar, deshalb ist die Zuordnung nur über die Allianz-Wiedergabe belegt.
  • Stand: Die Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Quellen. Eine Einstufung aus der Zeit vor November 2021 entspricht nicht dem hier beschriebenen Stand.

Welche Impfungen sind Core, welche Non-Core?

Wann ist die Grundimmunisierung abgeschlossen?

Die Grundimmunisierung gilt als abgeschlossen, wenn die Welpenserie mit dem letzten Termin im 15. Lebensmonat vollständig durchlaufen wurde.

Letzter Termin und Impfstoffe laut Quelle

ImpfungTermin laut QuelleEinordnung laut Quelle
Parvovirose15. LebensmonatCore-Impfung
Staupe15. LebensmonatCore-Impfung
Leptospirose15. LebensmonatCore-Impfung

Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut gelten laut derselben Quelle seit November 2021 als Non-Core-Impfungen. Sie stehen deshalb nicht im Dreierpaket des 15. Lebensmonats. Ob sie zusätzlich gegeben werden, klärt man mit dem Tierarzt.

Abschluss nur mit vollständiger Serie

Der Abschluss bezieht sich auf die gesamte Serie, nicht auf die letzte Gabe allein. Fehlt ein Termin, ist die Serie nicht vollständig. Der Tierarzt legt dann das weitere Vorgehen fest.

Vorgehen nach dem letzten Termin

  • Berechnen Sie den 15. Lebensmonat anhand des Geburtsdatums und planen Sie den Termin frühzeitig.
  • Bewahren Sie den Impfpass dauerhaft auf, da er die Impfungen nachweist.

Impfpass als Nachweis

Der Impfpass dokumentiert jede Gabe mit Datum und Eintrag des Tierarztes. Er ist der Nachweis, dass die Grundimmunisierung abgeschlossen wurde. Welche Nachweise bei Reisen verlangt werden, richtet sich nach den Vorgaben des jeweiligen Ziellandes und ist vor der Abreise zu prüfen.

Wann darf der Welpe nach draußen?

Die Frage verbindet zwei Anliegen, die sich gegenseitig beeinflussen: Sozialisierung und Ansteckungsrisiko. Ein Welpe, der zu lange nur in der Wohnung lebt, verpasst die Phase, in der er Geräusche, Untergründe und Artgenossen unbefangen kennenlernt. Ein Welpe, der zu früh auf stark frequentierte Flächen kommt, kann sich dagegen mit Erregern anstecken, bevor sein Impfschutz aufgebaut ist.

Solange der Impfschutz noch nicht aufgebaut ist, besteht ein Ansteckungsrisiko. Ab wann und wo der Welpe nach draußen darf, legt die Tierarztpraxis anhand des Impfstands fest. Eine feste Zeitangabe lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.

Ansteckungsrisiko nach Ort

UmgebungRisikoUmgang während der Grundimmunisierung
Eigene Wohnung und GartenRisiko nicht quellenbasiert bewertbar; mit der Tierarztpraxis klärenGeräusche, Berührungen und Transportbox-Gewöhnung üben
Öffentliche Gehwege und GrünstreifenerhöhtKurze Wege, Kot und fremde Tiere meiden
Hundewiesen und TierpensionenhochNur nach Rücksprache mit dem Tierarzt
Kontakt mit bekannten, nachweislich geimpften Hundennur nach Rücksprache mit der TierarztpraxisBegegnungen mit der Tierarztpraxis abstimmen

Sozialisierung parallel zum Impfschema

Sozialisierung muss nicht auf den vollständigen Impfschutz warten. Der Welpe kann in der Wohnung und im Garten Reize sammeln, etwa Haushaltsgeräte, Besuch, unterschiedliche Böden und das Anfassen durch Fremde. Kontakte zu anderen Tieren sollten in dieser Zeit auf wenige, bekannte und nachweislich gesunde Tiere beschränkt bleiben, damit Lernerfolg und Schutz zusammenpassen.

Rücksprache mit dem Tierarzt zum Zeitpunkt

Den ersten Außenkontakt sollte der Halter mit dem Tierarzt abstimmen. Dabei klärt man den bisherigen Impfstand, die Impftermine und die örtlichen Verhältnisse, etwa wie viele fremde Hunde im Wohngebiet unterwegs sind. Der Tierarzt legt dann fest, wann welche Umgebung für den konkreten Welpen geeignet ist.

Was ist vor der Impfung beim Tierarzt zu klären?

Vor dem ersten Impftermin klärt der Tierarzt drei Punkte: den Gesundheitszustand des Welpen, seine Herkunft und Vorgeschichte sowie den Abgleich von Terminplan und Impfbuch.

Allgemeiner Gesundheitszustand und Fieber

Eine Impfung setzt einen Welpen voraus, der bei der Untersuchung nicht akut krank ist. Der Tierarzt prüft dafür die folgenden Punkte:

PrüfpunktWas geklärt wird
AllgemeinzustandAktivität, Appetit, Atmung, Haut, Augen und Schleimhäute
KörpertemperaturMessung und Einordnung; bei erhöhten Werten wird die Ursache abgeklärt, bevor geimpft wird
Durchfall oder HustenHinweis auf eine akute Erkrankung; der Tierarzt entscheidet im Einzelfall über den Impfzeitpunkt

Fieber ist kein Befund, den Halter selbst bewerten sollten. Wer eine erhöhte Temperatur oder anhaltende Symptome bemerkt, meldet dies vor dem Termin, damit der Tierarzt die Impfentscheidung treffen kann.

Vorerkrankungen und Herkunft

Der Tierarzt fragt nach der Herkunft des Welpen: Züchter, Tierheim, Tierschutzorganisation oder Privatabgabe. Diese Angabe hilft einzuschätzen, welche Vorgeschichte und welche bisherigen Behandlungen dokumentiert sind. Zusätzlich werden bekannte Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Tierarztbesuche erfragt. Eine lückenlose Angabe verhindert doppelte oder falsch datierte Einträge.

Terminplan und Impfbuch abstimmen

Das Impfbuch dokumentiert, welche Impfungen bereits verabreicht wurden, mit Datum und Präparat. Der Tierarzt gleicht diese Einträge mit dem Alter des Welpen ab und legt daraus den Startzeitpunkt fest.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter darf mein Welpe die erste Impfung bekommen?

Laut der Versicherer-Seite, die die StIKo Vet wiedergibt, beginnt die Grundimmunisierung in der 8. Lebenswoche. Die Originalleitlinie konnte nicht geprüft werden, deshalb sollte der Termin vorab mit der eigenen Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Warum braucht es mehrere Impfungen, wenn eine einzige doch reichen könnte?

Die Wiederholungen sollen mütterliche Restantikörper ausgleichen, die eine Impfung stören können. Deshalb folgen auf den ersten Termin weitere Impfungen in festen Abständen, statt die Serie mit einer einzigen Gabe abzuschließen.

Welche Impfungen gehören zur Grundimmunisierung?

Parvovirose, Staupe und Leptospirose gelten als Core-Impfungen. Hepatitis contagiosa canis und Tollwut werden seit November 2021 als Non-Core-Impfungen eingestuft, und ihre Notwendigkeit hängt vom Lebensumfeld und von Reiseplänen des Tieres ab.